ID: 23213   |  Autor: Lutz Bernard   |   veröffentlicht am: 11.04.2022   |   Hits: 113
Sie sind hier:   >>insolvenz.tips >>Blog >>Finale in Deutschlands größter Insolvenz - Air Berlin

Finale in Deutschlands größter Insolvenz - Air Berlin


© DOC-RABE-Media@AdobeStock
Die Zeit rennt und ständig neue Wirtschaftsnachrichten erreichen uns permanent ... im Fernsehen, per Email und auch auf dem Handy ... Air Berlin, wann war das denn mit der Pleite? Die Air Berlin stellte ihren Insolvenzantrag bereits am 15.08.2017.

Finale in Deutschlands größter Insolvenz - Air Berlin

Die Zeit rennt und ständig neue Wirtschaftsnachrichten erreichen uns permanent ... im Fernsehen, per Email und auch auf dem Handy ... Air Berlin, wann war das denn mit der Pleite?

Es war bereits am 15.08.2017, als nach einer Ablehnung weiterer finanzieller Zuschüsse durch den größten Air Berlin Aktionär - der Fluggesellschaft Ethihad aus den Vereinigten Arabischen - der Vorstand von Air Berlin entschied den lange vermiedenen Insolvenzantrag doch noch zu stellen.

Dies leitete dann das Ende der zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft nach der Lufthansa AG ein. Und was ist dann die aktuelle Situation?

- Als Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Lucas Flöther eingesetzt,

- der die aktuellen Schulden der Air Berlin derzeit auf rund 500 Millionen Euro beziffert, wobei

- Unternehmensbeobachter auch einen Gesamtschaden von bis zu 2 Milliarden Euro für möglich erachten,

- die der Insolvenzverwalter zum Verkauf auch bereits Hedgefonds angeboten hat.

Davon hat der auch mit einer Klage die Firma Etihad angreifende Insolvenzverwalter nunmehr überraschend Abstand genommen. denn so berichtet jetzt das Portal von rbb24.de:

"... Jahrelang kämpfte der Insolvenzverwalter von Air Berlin um Schadenersatz durch Etihad. Air Berlin hatte Insovenz angemeldet, kurz nachdem der einstige Großaktionär seine Unterstützung gestoppt hatte. Doch nun gibt der Insolvenzverwalter auf.

Der Insolvenzverwalter der Air Berlin verlangt keinen Schadenersatz mehr vom einstigen Großaktionär der Fluggesellschaft, Etihad. Das teilte sein Sprecher am Montag mit.

Hintergrund ist eine juristische Entscheidung, nach der der Schadenersatzprozess in Großbritannien geführt werden müsste, nicht in Deutschland. Dort sieht Flöther keine ausreichenden Erfolgsaussichten für seine Klage...".

Ende der Air Berlin insolvenz

Wie kommt es zu dieser neuen Wendung dieses großen Insolvenzverfahrens: Während der Insolvenzverwalter vor deutschen Gerichten den Konzern Etihad auf Zahlung verklagte, klagte die Etihad umgekehrt gegen den Insolvenzverwalter in London auf Feststellung, das keine Zahlungsverpflichtung gegenüber dem Insolvenzverwalter besteht.

Da beide Gerichtsverfahren vor dem Brexit-Stichtag am 31.12.2020 eingeleitet wurden und deshalb gilt hier eine alte vertragliche Vereinbarung der streitenden Parteien, das Streitigkeiten aus gemeinsamen Verträgen vor britischen Gerichten zu verhandeln sind.

Wenn das für den deutschen Insolvenzverwalter jetzt zu geringe Prozeß-Erfolgsaussichten für seine Klage in Großbritannien bedeutet, dann wird jetzt dieses große deutsche Insolvenzverfahren für die ehemalige Fluggesellschaft Air Berlin enden. Die ehemalige wirtschaftliche Bedeutung der Air Berlin läßt sich daran ablesen, das diese nach eigenen Angaben insgesamt mehr als eine halbe Milliarde Passagiere beförderte,

Das Fazit nach fast 5 Jahren Air Berlin-Insolvenz lautet daher, das die Gläubiger der ehemaligen Airline sich auch weiter keine begründeten Hoffnungen auf die Rückzahlung von Verbindlichkeiten machen können.


Lutz Bernard, Ass. jur.
Autor und Insolvenz-Experte

 

 

© Lutz Bernard Berlin

Über den Autor

Lutz Bernard ist Volljurist und arbeitet als Online-Marketing Berater, Autor und Fach-Experte. Werdegang: Nach dem Abitur 1973 studierte er Rechtswissenschaften an der FU-Berlin und absolvierte 1980 das 1. und nach dem Referendariat das 2. Staatexamen 1983. Seit Mai 1983 war er als Rechtsanwalt und seit 1993 auch als Notar selbständig tätig.
Seit dieser Zeit befasste er sich auch mit der Aufbereitung und Veröffentlichung von juristischen Blogs, um allgemein Rechtssuchende und Interessierte zu verschiedenen Themen wie Vereinsgründung und Vereinsführung, aber auch Insolvenz-, Bau- und Internet-Recht online zu informieren. Gleichzeitig hat er sich auch auf dem Wissens-Portal „wer-weiss- was.de“ als Fachautor gezeigt, der viele von den Nutzern positiv bewertete Antworten auf gestellte Fragen in den Bereichen Vereins-Recht und Vereins-Organisation einstellte.


Er ist Co-Betreiber der Internet-Portale:
Insolvenz Tipps Datenschutz jetzt umsetzen Arbeiten in Dubai Wie gründe ich einen Verein
Mein erfolgreicher Verein Mallorca-German

Dort ist er als Fachautor mit vielen wertvollen Tipps und Informationen veröffentlicht worden. Inzwischen hat Lutz Bernard auch erfolgreich eine Zusatzausbildung als Trainer und Dozent bei der Berliner BTA-Akademie erworben. Details seiner Vita können Sie auch jederzeit online auf dem Portal LinkedIn einsehen.







© 2014 - 2022 cmsGENIAL   2805