ID: 29597   |  Autor: Lutz Bernard   |   veröffentlicht am: 04.05.2022   |   Hits: 98
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Boris Becker geht wegen Insolvenzverschleppung in Haft


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Er war die Ikone des deutschen Tennissports neben Steffie Graf, er war der jüngste Tennisspieler jemals, der 1985 mit 17 Jahren als jüngster Spieler aller Zeiten das berühmte Wimbledon-Turnier gewinnen konnte.

Boris Becker geht wegen Insolvenzverschleppung in Haft

Er war die Ikone des deutschen Tennissports neben Steffie Graf, er war der jüngste Tennisspieler jemals, der 1985 mit 17 Jahren als jüngster Spieler aller Zeiten das berühmte Wimbledon-Turnier gewinnen konnte. Anschliessend konnte er im Verlauf seiner weiteren Karriere kann er insgesamt 64 Tennis-Turniersiege gewinnen, davon sechs Grand-Slam, drei Wimbledon-Turniere und eine goldene Olympia-Medaille im Herren-Doppel.

Fachleute gehen dabei davon aus, das Boris Becker in seiner aktiven Tennis-Karriere Preisgelder in Höhe von rund 25 Millionen Doller gewonnen hat und im Rahmen seiner späteren geschäftlichen Aktivitäten etwa nochmal einen gleich hohen Betrag verdiente.

Allerdings war er in geschäftlichen Dingen unerfahren und hatte wechselnde Berater, verlor Geld durch Scheidungen sowie Unterhaltszahlungen und gescheiterte Geschäfte und Investitionen und konnte dann 2017 wegen einer Vielzahl offener Forderungen die Einleitung seines Insolvenzverfahrens nicht abwenden.

Aufgerund seines Wohnsitzes in London hätte er eigentlich die Vorzüge des britischen Insolvenzrechtsrechts genießen können, das bei Einhaltung der Wohlverhaltensphase mit Offenlegung aller Vermögenswerte zur Verwertung durch den Insolvenzverwalter generell nur eine kurze Laufzeit von 12 Monaten bedeutet hätte. In diesem Fall wäre Boris Becker Ende 2018 die Restschuldbefreiung erteilt worden, es kam jedoch anders. Becker hat nachweislich eigene Vermögenswerte bestehend aus Siegerpokalen, heimlich bewegte Kontoguthaben und Immobilien in Höhe von rund 1 Million € vor seinem Insolvenzverwalter nicht pflichtgemäß offengelegt.

Daher lautete nun das Urteil des Londoner Strafgerichts: 2,5 Jahr Haft ohne Bewährung wegen Insolvenzverschleppung.

Was für ein Absturz, denn nach der Urteilsverkündigung mußte Boris Becker sofort die Haft in einer alten Londoner Haftanstalt antreten.

Natürlich war das für viele Zeitungen große Schlagzeilen wert, jedoch finden wir das die treffenste Überschrift plus Artikel diejenige der Berliner Tageszeitung "BZ" war:

"Spiel, Satz und Aus für Becker

Er war der Grund, dass ich als Kind unbedingt Tennis spielen wollte. Er war der Held unserer Kindheit, er siegte mit einer Selbstverständlichkeit, dass man glaubte, Deutschland sei schon immer und für ewig eine Tennis-Macht, anders könnte es gar nicht sein. Wir träumten heimlich von einem Liebes-Paar Steffi Graf und Boris Becker und nachts standen wir heimlich auf, um ihn Tennis spielen zu sehen.

Nach der großen Karriere war vor dem wilden Leben. Viele Frauen, hintereinanderweg, dann große Liebe und ein kleines Besenkammer-Erlebnis mit noch größeren Folgen. Patchwork-Weihnachten und Schlagzeilen.

Das Leben kostet Geld, aber als kleiner Tennis-Junge lernt man nicht, wie man damit umgeht, sondern nur mit dem Ball. Keine Ausrede, sondern die Beschreibung eines Zustands. Wenn es dann ernst wird, aber man schweigt, weglässt oder die Wahrheit verdreht, dann dreht sich die Spirale plötzlich nur noch abwärts.

Anders als bei Steffi Grafs heutigem Ehemann Andre Agassi kam der tiefe Fall nach dem Höhenflug – und nicht umgekehrt. Dafür aber umso schmerzhafter. Jetzt muss unser Held ins Gefängnis.

Spiel, Satz, aus und vorbei."

Aus für Boris Becker

Die Pflicht zur lückenlosen Offenlegung der Vermögenswerte im Insolvenzverfahren ist für jeden Betroffenen eine hohe Pflicht, die bei Einhaltung dafür die uneingeschränkte Restschuldbefreiung erreichen läßt. Dieser große Vorteil muß also in gewisser Weise redlich verdient sein.

Auch in Deutschland sieht das Strafrecht empfindliche Freiheitsstrafen bei Insolvenzverschleppung vor: Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren oder Geldstrafe.

Insolvenzverschleppung

Boris Becker hatte eine Riesenchance in seiner Insolvenz binnen 12 Monaten schuldenfrei zu werden, leider hat er sie nicht genutzt. Jetzt hat er mehr Zeit zum Nachdenken und Journalisten vermuten, das er als Knast-Tennistrainer eine neue begehrte Aufgabe übernehmen können.

Lutz Bernard, Ass. jur.
Autor und Insolvenz-Experte

© Lutz Bernard Berlin

Über den Autor

Lutz Bernard ist Volljurist und arbeitet als Online-Marketing Berater, Autor und Fach-Experte. Werdegang: Nach dem Abitur 1973 studierte er Rechtswissenschaften an der FU-Berlin und absolvierte 1980 das 1. und nach dem Referendariat das 2. Staatexamen 1983. Seit Mai 1983 war er als Rechtsanwalt und seit 1993 auch als Notar selbständig tätig.
Seit dieser Zeit befasste er sich auch mit der Aufbereitung und Veröffentlichung von juristischen Blogs, um allgemein Rechtssuchende und Interessierte zu verschiedenen Themen wie Vereinsgründung und Vereinsführung, aber auch Insolvenz-, Bau- und Internet-Recht online zu informieren. Gleichzeitig hat er sich auch auf dem Wissens-Portal „wer-weiss- was.de“ als Fachautor gezeigt, der viele von den Nutzern positiv bewertete Antworten auf gestellte Fragen in den Bereichen Vereins-Recht und Vereins-Organisation einstellte.


Er ist Co-Betreiber der Internet-Portale:
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Mein erfolgreicher Verein Mallorca-German

Dort ist er als Fachautor mit vielen wertvollen Tipps und Informationen veröffentlicht worden. Inzwischen hat Lutz Bernard auch erfolgreich eine Zusatzausbildung als Trainer und Dozent bei der Berliner BTA-Akademie erworben. Details seiner Vita können Sie auch jederzeit online auf dem Portal LinkedIn einsehen.







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